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Pokko und die Trommel

 “Ihr eine zu schenken, war der größte Fehler, den Pokkos jemals gemacht haben. Sie hatten vorher schon viele Fehler gemacht“. Mit diesem Knaller-Einstieg beginnt das ein bisschen düstere, herrlich skurill und ziemlich lustige Bilderbuch Pokko und die Trommel von Matthew Forsythe. Die in gedeckten Farben gehaltenen, mit Wasserfarben und Buntstiften gemalten Zeichnungen (am herrlichsten sind die breitmaulfroschigen Gesichtsausdrücke) passen perfekt zur schrägen und pointiert erzählten Geschichte: Ein zeitloser Bilderbuchschatz für die ganze Familie.

Weil Pokko zu laut ist, schickt der Vater (der meistens am Herd steht und kocht, während die Mutter im Schaukelstuhl sitzt und hochkonzentriert ein Buch liest) aus dem Pilzhaus. Nicht ohne dem Appell, nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. Das klappt allerdings nur kurz, Pokko beginnt wieder zu trommeln. Es schließen sich zuerst ein Banjospielender Waschbär und danach sämtliche musizierende Tiere aus dem Wald an. Die Parade funktioniert nicht ganz reibungslos, ein Wolf frisst ein Kaninchen auf, doch Pokko weist ihn zurecht: Er entschuldigt sich und in Zukunft werden keine Bandmitglieder mehr gefressen. Das wohl schönste Orchester, das ein Bilderbuch jemals gesehen hat, zieht weiter. Auch Pokkos Eltern bekommen  Wind von der Sache – und finden, dass Pokko eigentlich richtig gut trommeln kann – aber da wurden sie schon von der lärmenden Masse einverleibt.

Matthew Forsythe: „Pokko und die Trommel“
Aus dem Englischen von Rita Fürstenau
Rotopol Verlag, Kassel 2020
64 Seiten, 18, Euro,

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