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Über den Tellerrand quer durch die Welt

Dieser tolle liegt nun schon länger bei uns zuhause rum, und egal wer ihn (immer wieder mal) zur Hand nimmt, wir versinken jedes Mal aufs Neue darin. Denn eine (lustvolle) Möglichkeit sich mit der Vielfältigkeit unserer Welt auseinanderzusetzen ist zweifelsfrei das Thema .

Das Konzept des Buches ist schnell erklärt: Der Fotograf Gregg Segal reiste um die Welt und bat Kinder aus Deutschland, Italien, Brasilien, den Vereinigten Arabischen Emirate, dem Senegal, Malaysia oder Kalifornien für eine Woche lang genau zu dokumentieren, was sie essen und trinken. Neben den Interviews mit den Kindern über ihren Alltag entstanden dann über 50 atemberaubende Fotos aus der Vogelperspektive. Die Kinder liegen in einer Komposition aus den Nahrungsmitteln einer Woche, und jedes einzelne Bild lädt ein, über deren Speiseplan ins Gespräch zu kommen.

Ist es gesund? Ist zu viel Zucker dabei? Was ist zu viel? Ist genug Gemüse und Obst dabei? Von wo kommt das? Was trinkt das Kind? Was ist für uns hochwertiges, nahrhaftes Essen und was ist eigentlich nicht so gut für unseren Körper? Was essen Kinder anderswo? Wie unterscheidet sich Aussehen und Zubereitung? Ist das Essen verpackt? Frisch gekocht oder bereits fertig gekauft? Wie würde mein Bild aussehen? Was für Trash essen wir alle im Laufe einer Woche?

Spannende und durchaus selbstkritische Überlegungen ergeben sich jedes Mal, wenn wir das Buch durchsehen. Das Kind zuhause wird bald 4, aber das Buch fasziniert quer durch alle Altersschichten. Besonders schätze ich an den Fotos, dass Kinder mit sehr diversen Körpern vorkommen und dass es keinerlei Food- oder Body-Shaming gibt. Denn wie auch das Vorwort impliziert: Das Thema Ernährung ist komplizierter als die Prämisse Fast Food = ungesund = Übergewicht. Denn neben Herkunft, Bildung und Finanzen tragen immer auch familiäre Traditionen und Abläufe eine Rolle beim Essen. In vielen Ländern des globalen Süden beispielsweise sind abgepackte Süssigkeiten oder Softdrinks wie Cola eine Art Statussymbol aus dem reichen Westen, das man den traditionell zubereiteten Speisen zuhause vorzieht.

Ein wichtiges und wertvolles Buch, das uns beim Reflektieren der eigenen Essgewohnheiten unterstützt und nicht nur Kinder miteinander ins Gespräch bringt. Eignet sich auch wunderbar für Projekte mit Schul- oder anderen Kinder- & Jugendgruppen rund ums Thema Ernährung.

Gregg Segal: Über den Tellerand. Was Kinder hier und anderswo essen (Gabriel), 20,60€

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