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Ich kann einfach alles sein!

Im Kinderzimmer von “Ich kann einfach alles sein!” ist viel los. Vier Freund*innen spielen, was ihre Fantasie hergibt. Und so wird aus jedem Tag ein Abenteuer. Sie durchleben aufregende Vormittage auf den sieben Weltmeeren zusammen. Sie bändigen Drachen, erfinden fliegende Autos und retten die Welt. Die Freund*innen malen, kleben und basteln. Denn: „Aus Pappkartons werden Roboter, Autos, Dinos, Häuser… Alles, was wir wollen. Denn ich unserer Fantasie ist alles möglich!“.

Das Cover des Buches “Ich kann einfach alles sein”.

Zur Ruhe kommen, bevor aufregende Wagnisse weitergehen

Aber auch, wenn der Abend anbricht und alle nach Hause gehen, nehmen die Abenteuer kein Ende: Ein Fest mit Marsmännchen, ein Spaghetti-Dinner mit dem Yeti oder ein Tiefseeabenteuer in der Badewanne. Dann wird aber gekuschelt – mit Mamas und Papas, weil in deren Armen ist es am schönsten.

Am Nachmittag werden die Kinder zu Archäolog:innen.

Selbstvertrauen und Zusammenhalt

Das Buch “Ich kann einfach alles sein!” soll den Wert des Zusammenhalts vermitteln. Es soll Kindern Mut und Bestärkung geben. Die Autorin* Frances Stickley zeigt, wie weit Kinder das Spiel und ihre Fantasie tragen können. Die Illustrationen von Lucy Fleming sind schön und detailreich. Es macht Spaß, immer neue Spielideen in den Bildern zu finden. Die abgebildeten Kinder sind divers – neben Kids of Color ist auch ein Kind mit Beinprothese Teil des kleinen Freund*innenkreises. 

Absolutes Manko dieses Buches ist die Sprache – in zweierlei Hinsicht leider. Denn erstens hat die Geschichte keinen roten Faden. Der Tagesablauf ist eher subtil eingewebt. Hier wären vielleicht deutlichere Hinweise in den Illustrationen hilfreich gewesen – denn auf der ersten Seiten ist eine künstliche Lichtquelle zu sehen. 

„Was wollen wir heute sein? Wollen wir als Piraten über die sieben Weltmeere fahren?“, fragt das Buch die Leser:innen gleich zu Beginn. Das zweite Manko des Textes. Denn ehrlich, meine Lust auf das Buch ist schon relativ stark gesunken, wenn ich das generische Maskulinum vorlesen soll. Die bei den Illustrationen ist toll. Aber auch in der Sprache wäre mehr gut gewesen. Zudem wohnen alle Kinder bei Mama und/oder Papa. Andere Familienkonstellationen wären auch schön gewesen.

Empfohlen ist “Ich kann einfach alles sein” ab vier Jahren. Ich sehe aber keinen Grund, es nicht schon Zweijährigen vorzulesen, wenn sie Lust drauf haben. Das Buch ist im Naturkind Verlag erschienen und kostet ca. 13 Euro.

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