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Rom*nja oder Sinti*zzi in Kinderbüchern: Jekh, Dui, Drin – 3 Freundinnen in Berlin

Kinder mit - oder -Background existieren, wenn es nach (deutschsprachigen) Kinderbüchern geht, quasi nicht. Seit Jahren halte ich nach ihnen Ausschau, fündig wurde ich nur ganz selten. Konkret: Im Sachbuch Alle da kommt ein Junge namens Florin vor, der spricht und 2016 erschien der vielversprechende zweisprachige Titel Sunita und Mira feiern Herdelezi,  der mittlerweile nur mehr schwer erhältlich ist. 

Die Berliner Sängerin, Autorin, Regisseurin, Politische Aktivistin undMutter Tayo Awosusi-Onutor nahm sich mit der Veröffentlichung von Jekh, Dui, Drin – 3 Freundinnen in Berlin des ersten Bandes der Buchreihe JOKESI Club dieser Leerstelle an. Den vermutlich aussichtslosen Weg, das Buch über einen Verlag zu veröffentlichen, hat sie erst gar nicht bestritten, sondern es gleich im Selbstverlag herausgegeben. 

In der Geschichte geht es um Jovanka, Olakemi und Sina, die allesamt aus sehr internationalen Familien stammen. Jovankas Eltern haben früher in Jugoslawien gewohnt, sie spricht auch noch Serbisch, Olakemis Mutter hat früher in Nigeria gelebt, ihre weiteren Muttersprachen sind Englisch und Yoruba und Sinas Papa ist aus Tunesien, deswegen kann sie auch Arabisch und Französisch. Gemeinsam haben die drei Mädchen, außer ihrer , dass ihre Familien Roma bzw. Sinti sind. 

Zusammen treten die drei als JOKESI Club auf, der schon einige knifflige Fälle gelöst hat. Eines Tages ist es wieder soweit:  Ein neuer Mitschüler kommt in ihre Grundschulklasse. Lukas scheint schüchtern zu sein. Vor dem Turnunterricht finden sie ihn weinend am Boden. Die drei Freundinnen gehen der Sache auf den Grund. 

wollte ein Kinderbuch erschaffen, in dem dem Rom*nja oder Sinti*zzi als handelnde, starke Akteur*innen vorkommen. Das ist ihr absolut gelungen. Die Kinder sollen sich in der Geschichte wiederfinden, gespiegelt sehen und gestärkt werde. Informativ sind die Infos rundherum, so gibt es zum Beispiel einen kleinen Exkurs zu Wörtern in der Sprache Romanes.  

Illustriert wurde die Geschichte von dem Geschwister der Autorin. Olufemi Stella Awosusi hat die Bilder gezeichnet. Das Buch ist exklusiv über den tollen Online-Shop für mehr Vielfalt in Kinderzimmern tebalou bestellbar. die Einnahmen gehen zu 100 % an die Kampagne #leavenoonebehind des gemeinnützigen Vereins @civilfleet, einem Verein der sich für eine menschenwürdige Asylpolitik einsetzt. Win-win!

Tayo Awosusi-Onutor: JOKESI Club . Jekh, Dui, Drin – 3 Freundinnen in Berlin 
Illustiert von Olufemi Stella Awosusi
48 Seiten, 7 Euro,
Eigenverlag 2021


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