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Eine queere Graphic Novel für Kinder: Regenbogentage

Tuva ist 12 Jahre, wohnt bei ihrem Papa, mag den Wald, Musik und ihre Freundinnen. Für den Wechsel in die siebte Klasse hat sie in den Sommerferien viele Pläne geschmiedet: Sie will ein ganzes Tagebuch vollschreiben, sich einen coolen Style zulegen, mit ihren besten Freundinnen eine Base im Wald bauen, auf eine Übernachtungsgeburtstagsparty gehen und sich – vielleicht – verlieben.

Doch zurück in der Schule ist alles anders. Die Mädchen in der Klasse und auch Tuvas Freundinnen scheinen sich in zwei Gruppen geteilt zu haben: Die einen die sich schminken und verliebt sind und die anderen, die von all dem nichts wissen wollen, sondern lieber im Wald spielen. Tuva fühlt sich hin- und hergerissen, noch mehr als sie eines Tages ganz neue Gefühle in sich entdeckt: Tuva ist in Mariam aus der Parallelklasse verliebt. 

Die Norwegerin Nora Dåsnes hat mit Regenbogentage eine unglaublich einnehmende und herzwärmende geschaffen. Das Buch besteht aus vielen schönen Zeichnungen, Tagebucheinträgen von Tuva, kurzen Messengerprotokollen und tollerweise auch Playlists (Tuvas Papa hat einen echt guten Musikgeschmack). Gelungen ist nicht nur die ganze Geschichte, sondern auch dass die Tatsache, dass Tuva sich in ein Mädchen verliebt, unaufgeregt und nicht problematisierend erzählt wird.

Ein besondere Graphic Novel am Puls der Zeit für Kinder ab 10. Eine eindringliche Empfehlung dafür gibt es nicht nur von mir, sondern auch von der 10jährigen Leseratte Ro, die Regenbogentage sofort verschlungen und dann als Buch des Jahres auserkoren hat.

Nora Dåsnes: Regenbogentage
Aus dem Norwegischen von Katharina Erben
256 Seiten, 18 Euro,
Klett 2021

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