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Lulu und Tapetentiger


Lulu und Tapetentiger, bereits 2015 im Jaja Verlag erschienen und im November desselben Jahres von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. zum “Buch des Monats” gekürt, ist ein perfekter Einschlafbegleiter für Kinder ab 3 Jahren. 

Louise, genannt Lulu, mag Abenteuer und hat vor wenig Dingen Angst. Sie schaukelt so hoch bis sie Kopf steht, rangelt mit den Jungs im Park und liebt es Entdeckungen zu machen, die sonst niemanden interessieren. Nur eines macht ihr Angst: die Nacht.

Hier seht ihr Louise, genannt Lulu. Lulu liebt es, gefährliche Dinge zu tun. 

Denn Nachts ist sie in ihrem Zimmer nicht lange alleine. Sobald es dunkel ist kommen die Schatten und Monster aus ihren Verstecken. Besonders vor dem Tapetentiger, Stuhlzyklop und Augentier hat Lulu schreckliche Angst. Unabhängig von der Beschaffenheit der jeweiligen Monster (und oft auch vom Alter), eine Situation die wohl jede*r kennt. Plötzlich wird der Schatten des Vorhangs lebendig und das Rascheln der Bäume wird zu Stimmen. 

Aber warum eigentlich? Wer sagt denn, dass die Monster böse sind? 

Rachel Schmitt schafft es mit wenig Text und reduzierten Illustrationen eine Welt aufzumachen, in der der Tapetentiger, Stuhlzyklop und das Augentier wirklich lebendig werden und man sich gemeinsam mit Lulu vorsichtig an die Kreaturen annähert und versucht, ihnen versöhnlich Kekse anzubieten. 

Die Illustrationen sind zweifarbige Linolschnitte in denen Linien dominieren. Das passt einerseits zum gestreiften Tiger, den gestreiften Tapeten aus denen der Tiger entsteigt, aber auch der Maserung des Stuhls. Gleichzeitig werden die Charakertistika des Linolschnitts genutzt und kommen zur Geltung. 

Auf die Kekse folgt eine wilde Party und zu guter letzt trägt der Tapetentiger die schlafende Lulu ins Bett und deckt sie vorsichtig mit der karierten Decke zu. 

Am Morgen, müde aber glücklich, freut sich Lulu schon auf die nächste Nacht, wenn ihre Freude aus den Verstecken kommen.

Das Buch nimmt die Angst der Protagonistin ernst und es kommen auch keine banalisierenden Worte zum Einsatz. Stattdessen schafft es Lulu selbstbestimmt einen Weg zu finden, ihren Ängsten zu begegnen. Die Monster die Produkt ihrer Fantasie sind, werden wertgeschätzt und zu ihren Freunden. 

Rachel Schmitt 2015: Lulu und Tapetentiger. JaJa Verlag, € 16,00

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