Von Furcht und Furchtlosigkeit

Die Gans Frida lebt alleine im Wald. Sie kümmert sich um ihre Karotten, gießt die Blumen oder bäckt Kuchen. Sie hat noch nie ein anderes Tier gesehen und was sie nie gelernt hat ist, sich zu fürchten. Dementsprechend erstaunt ist sie, als nacheinander Wolf, Bär und aus dem springen, seltsame Geräusche machen und von ihr verlangen, dass sie schreiend wegläuft. Sicher nicht, viel mehr ist Frida daran interessiert, die anderen Tiere zu Tee und Kuchen einzuladen, was diese empört abweisen. „Mit einer Gans Kuchen essen? Das geht ja ganz und gar nicht!“ brummt beispielsweise der und zieht von dannen.

Als schließlich der Gänserich Hans vorbei kommt, ist Frida sehr erleichtert, dass er nicht auch „Rrroaaarrr“ oder ähnliches brüllt und sie erschrecken will. Der Gänserich nimmt stattdessen die Einladung zu Tee und Kuchen an. Als sie sich auf den Weg nach Hause machen, flitzen plötzlich drei große Tiere an ihnen vorbei – der Wolf, der Bär und der Löwe. Sie haben es sich anders überlegt und kommen nun doch auch gerne bei Frida zur Jause vorbei. Denn da draußen ist plötzlich noch was viel größeres und erschreckenderes als die drei angeblich so gefährlichen Tiere.

Die Geschichte der furchtlosen Gans bietet eine wunderbare Gelegenheit, mit Kindern über große und kleine zu sprechen. Darüber, wie Ängste entstehen, warum man vor manchen Dingen Angst hat und vor anderen gar nicht, und dass diejenigen, die mir Angst machen wollen sich oft selbst besonders fürchten und vielleicht gar nicht so gefährlich sind. Auch der Trost fehlt nicht: Die Tiere können bei Frida suchen, als sie selbst Angst haben und sind herzlich willkommen. Und vielleicht ist ja der böse Drache vor der Tür auch nicht so gefährlich wie er tut.

Danny Baker und Pippa Curnick: Frida Furchtlos lädt zum Tee (Ars Edition)

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