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Neue alte Freund_innen: Die Gefühle-Bande

Die Geschichte über Ramin, der in der Nacht von der lauten Landung der -Bande aufgeschreckt wird, ist das derzeitige Lieblingsbuch meiner inzwischen bald dreijährigen Tochter. Lärm, der macht, bei Gestank, Aufregung, wenn eine Freundin Geburtstag feiert … all das kennt sie natürlich und findet sich wieder in den Beschreibungen der kleinen Gefühlefreund_innen Ramins.

Ramin wacht also in der Nacht auf, weil er einen lauten Knall hört, gefolgt von einem grellen Blitz. Verängstigt flüchtet er ins Bett der Eltern – hier wird betont, dass er das zum Glück darf.

Am nächsten Tag findet er beim Spielen im Garten sechs kleine Gestalten, die Gefühle-Bande. Die Folge für Ramin: ein Gefühlswirrwarr. Ängstlich, aufgeregt und auch gleichzeitig erfreut ist er, als er endlich die Gründe für seine unterschiedlichen Gefühle persönlich kennenlernt. Die Bande ist traurig, weil sie ihren Zauberstein verloren hat, mithilfe dessen sie durch fremde Galaxie reisen und die Menschen besuchen kann. Zum Glück findet Ramin den Stein und hilft seinen neuen Freund_innen dabei, weiterziehen zu können. Was Ramin wiederum traurig macht, aber auch dafür gibt’s eine Lösung.

Das Buch ist sehr gelungen illustriert, die kleinen Gefühle haben authentische Gesichtsausdrücke – auch als alle traurig sind, sieht man der noch die an. Es eignet sich gut, um über Gefühle zu sprechen. Wann bin ich verängstigt und was kann ich tun? Wie hilft mir die Angst, warum ist sie manchmal nützlich? Wovor kann mich der Ekel schützen, und was macht Aufregung körperlich mit mir?

Und trotzdem bin ich nicht ganz zufrieden, was vor allem daran liegt, dass ich in Büchern gerne sprachliche Genauigkeit vorfinde. Die Gefühle heißen z.B. Angst, Trauer, und dann plötzlich: Aufgeregt. Bei der Beschreibung der einzelnen Gefühle wird zwischen Mensch, man, ich, du gesprungen. Kaum ein Satz reiht sich gelungen an den nächsten – leider sehr holprig alles. Was mich am meisten nervt ist das (hier hats geklappt) durchgängige generische Maskulinum. Die Freund_innen habe ich nämlich für diese Rezension selbst generiert, und das sollte nun wirklich nicht nötig sein.

Aber selbst dann, wenn das Buch für eine weitere Auflage gründlich lektoriert gehört, halte ich es für sehr toll und wichtig und bin froh, dass ich es jeden Abend mindestens einmal vorlesen darf. Anhand dessen kann ich mit meinem Kind darüber sprechen, was sich tagsüber getan hat, und ob es deswegen wütend oder glücklich oder aufgeregt wurde.

Clemens Fobian (Text), Mirjam Zels (Illustrationen): Die Gefühle-Bande (Marta Press)

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