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Mädchen mit Bart

König Guu ist eine rasante, witzige, turbulente und ziemlich schräge Actiongeschichte, trotz ernstem Hintergrund. Ben wird von Monty Grabbe und seiner Bande, bestehend aus den sehr starken aber nicht so schlauen Plank-Zwillingen Gertie und Bertie und riesigen Tommi Plum gemobbt. Als sie ihn einen Tages wieder verfolgen, landet er durch Zufall in einem geheimen Wald. Dort herrscht König Guu, das Mädchen mit dem langen Bart. Sie lädt Ben in ihr riesiges Baumhaus ein, das sie gemeinsam mit ihrem Wombat Herbert bewohnt. Monty und seine Bande spüren die beiden jedoch auf und versuchen in ihr Reich vorzudringen.

„König Guu?“, spottete Monty. „So nennst du dich also? Was bist du denn für ein komischer König. Du bist doch nur ein Junge mit einem Rauschebart und einem Speer.“
Ben zuckte zusammen. Monty tat ihm beinahe leid.
„Wie kannst du es WAGEN?“, donnerte Guu. Ich bin ein MÄDCHEN mit einem Rauschebart“ rief sie, „und ja, mit einem Speer.“

Was dann folgt? Kuh-Kacka-Pulte, Stinktierknaller, ein Wombatisator und am Ende, dank dem Erfinderinnengeist und den großartigen Ideen Guu, auch die Überführung von Fiesling Monty.

Das Buch eignet sich sprachlich für Kinder ab etwa 8 bis 9 Jahren. Die Schrift ist angenehm groß und zur Auflockerung sind immer sind immer wieder, teilweise auch über mehrere Seiten, Comic-Sequenzen eingebaut. Das wirklich Allerbeste: Es ist so, dass Buben tendentiell keine für Mädchen codierten Bücher lesen (umgekehrt übrigens schon eher) und somit auch selten mit starken, spannenden und interessanten Protagonistinnen in Berührung kommen. König Guu bewegt sich außerhalb der Rosa-Hellblau-Falle, es ist einfach ein Kinderbuch und spricht somit viele verschiedene junge Menschen gleichermaßen an. Mit der Figur der großartigen König Guu herself bricht der Autor mit sämtlichen gängigen Rollenbildern- und vorstellungen. Er konfrontiert die Leser_innen mit einem klugen, autonomen, witzigen und selbstbewussten Mädchen, das alleine im Wald lebt, supergut erfinden kann und einen Bart trägt. Letztere Tatsache wird zwar von anderen im Buch mehrmals angesprochen, aber Guu äußert sich nicht weiter dazu. Sie trägt nunmal einfach Bart! Ich vermute, dass die meisten Kinder von diesem ungewöhnlichen Bild kurz irritiert sind, aber dann, wie auch zum Beispiel Ben im Buch, Guu so annehmen, wie sie ist.

Adam Stower: König Guu (Aladin)

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