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Die drei Räuberinnen

Diese Rezension erschient zuerst im Missy Magazine 4/19.

kennt man bislang vor allem als Kinderbuchillustratorin (von der u.a. die Bilder zur viel beachteten und wichtigen Erzählung Flucht von Daniel Glattauer stammen). Sie kann nicht nur beeindruckend gut zeichnen: Die drei Räuberinnen ist ihr gelungenes Debüt als Kinderbuchautorin. Bei ebenjenen handelt es sich um Wanda, Bronski und Kaspar (selbstverständlich sind das Tarnnamen, ihre echten klingen nicht furchteinflößend genug).

© Illustrationen von Verena Hochleitner aus „Die drei Räuberinnen“, 2019.

Gemeinsam bilden sie eine unheimlich liebenswerte und höchst gefährliche Bande, die das Stiegenhaus ihres Wohnhauses zu einem Spielort auserkoren hat – einem Wald, in dem sie auf Raubfeldzüge gehen. Mit dem Anführen wechseln sie sich ab – wenn es denn überhaupt eine*n Anführer*in braucht.

Ursprünglich hießen sie übrigens „Die drei schrecklichen Räuber“. Bis Wanda Beschwerde einlegt: „Es fällt euch nicht einmal auf, dass sich bitteschön eine Räuberin in eurer Räuberbande befindet!“ Die Lösung ist schnell gefunden: „Weil im Wort Räuberinnen das Wort Räuber schon mit drinsteckt“, machen sie fortan als „Die drei schrecklichen Räuberinnen“ ihr Revier unsicher.

Die Leser*innen lernen dabei allerhand schrullige Hausbewohnerinnen kennen: Wischfinger, Chipsbrösel und die furzende feine Dame Edith z.B. Die kurzweiligen Kapitel bereiten sowohl Vor- als auch Selberlesevernügen. Die Realität des Treppenhauses und die Fantasie des Waldes verschwimmen nicht nur im Text, sondern auch in den fabelhaften Illustrationen, in denen sich die beiden Ebenen überlagern.

Verena Hochleitner
„Die drei Räuberinnen“
Tyrolia, 128 Seiten,
17 Euro,

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