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Wie ist es, wenn man arm ist? Alles über Armut und Hunger

Ich habe ein großes Herz für interessante Kindersachbücher abseits der Mainstreamthemen (Bauernhof, Feuerwehr, you name it…). Vorliegendes Buch ist aus einer Reihe, die „“ kindgerecht aufbereiten will. In Wie ist es, wenn man arm ist? Alles über und Hunger nimmt sich die Autorin Louise Spilsbury den wichtigsten Kinderfragen dazu an. Meiner Meinung nach ist ihr das zumindest teilweise gut gelungen. Das Buch richtet sich vor allem an nicht armutsbetroffene Kinder.

In dreizehn kurzen Kapiteln greift Spilsbury verschiedene Aspekte rund um das Thema auf. Die Illustrationen von Hanane Kai sind sehr ansprechend, blass, zurückhaltend und passen zum Inhalt des Buches.

© Illustrationen von Hanane Kai aus „Wie ist es, wenn man arm ist? Alles über Armut und Hunger“, Gabriel 2018

Sehr gut finde ich die Seiten, auf denen jungen Leser_innen erklärt wird, wie und auf welche Bereiche sich Armut auf Betroffene auswirkt, zum Beispiel auf die Gesundheit und auf die Bildungsschancen. Weiters beschreibt die Autorin verschiedene Gründe für Armut: Arbeitslosigkeit, schlecht bezahlte Arbeit oder wenn die Person, die das meiste Geld verdient, die Familie verlässt (Stichwort Alleinerzieher_innen). Sie widmet sich auch den globalen Ursachen: Kriege, Naturkatastrophen und der Klimawandel. Der wichtigste Grund, warum es so viel Armut und soziale Ungleichheit auf der Welt gibt, nämlich Ausbeutung und Kapitalismus, kommt in dem Buch jedoch überhaupt nicht vor. Auch mit vorgeschlagenen Lösungsansätze kann ich wenig anfangen: Kindern nahezulegen, Kuchen zu verkaufen, um Geld für Bedürftige sammeln und somit Verantwortung an jene abzuwälzen, die sie nicht übernehmen können, halte ich für eine schlechte Idee, ebenso bin ich der Meinung dass Charity keine dauerhafte Lösungsstrategie sein kann. Mehr Hoffnung gibt die Linkliste im Anhang, in denen sich einige interessante Verweise finden, unter anderem auf eine Broschüre der Bundeszentrale für Politische Bildung, die generell sehr gute Materialien (nicht nur) zu diesem Thema bereitstellt. Ich würde die Infoquellen mindestens noch um die Armutskonferenz ergänzen.

Dem ersten Teil dieses Textes kann ich sehr gut, aber der positiven Zukunftsprogonse kann nicht zustimmen…

Von einem Sachbuch zu diesem wichtigen Thema, das auf die Lebenswelt von so gut wie allen Kindern einwirkt (sichtbare Armut auf der Straße, oft nicht so sichtbare Armut von Mitschüler_innen, …) hätte ich mir ein bisschen mehr erwartet. Ein guter Anlass um ihnen ins Gespräch zu kommen ist es aber auf jeden Fall.

Louise Spilsbury, Hanane Kai: Wie ist es, wenn man arm ist? Alles über Armut und Hunger
32 Seiten, 10 Euro,
Gabriel Verlag, 2018

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