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The Big Book of Adventure. So überlebst du in der Wildnis!

Danke an dieser Stelle an H. für die Rezension.

[…] wenn ihr diese Zeilen lest, heißt das, meine Aufzeichnungen wurden gefunden. Ich lasse sie zur Sicherheit mit einigen anderen Besitztümern, die ich nicht mitnehmen will, hier im zurück. Meine Notizen enthalten alles Wissen, das ich im Laufe meines Lebens gesammelt habe – ich möchte es an euch weitergeben. […] Denkt daran: Tut Gutes, seid abenteuerlustig … und vergesst eure Eltern nicht.“

Diese Zeilen hat ein unbekannter Abenteurer in einer alten rostigen Kiste hinterlassen, die Teddy Keen zusammen mit einigen Freunden auf einer Reise durch den Amazonas entdeckt hat. Das behauptet er zumindest am Beginn seines Buches, einem farbenfrohen, dicken Wälzer, und so erzählt diese Figur des unbekannten Abenteurers über seine Erfahrungen in der „“. Allen interessierten Leser_innen ab ca. 8 Jahren wird auf fast 200 Seiten mit zahlreichen Illustrationen, Zeichnungen, Skizzen, Pläne, Anleitungen, Listen und Weisheiten unterschiedlichste Aspekte des Lebens bzw. Überlebens fernab der Zivilisation vermittelt.

Egal, ob es um die Errichtung einer Unterkunft, das Entfachen eines Feuers, den Umgang mit dem Messer oder um die grundlegende Planung, Vorbereitung und Ausrüstung für ein geht. Sämtliche Aspekte werden prägnant und anschaulich erklärt, faszinierend nicht nur für Kinder oder Jugendliche, auch Erwachsene werden gleichermassen in dessen Bann gezogen.

Zusätzlich enthält das Buch unterschiedliche Bauanleitungen vom Baumhaus bis zum Floss, die aufgrund der Details glaubhaft in der Praxis umsetzbar scheinen. Und auch Bereiche wie Erste Hilfe, Spuren lesen, Orientierung und das Beschaffen und Zubereiten von (Not-)Nahrung kommen nicht zu kurz. Alles in allem also eine sehr kompakte Sammlung von Wissen und Skills, ergänzt durch die individuellen Erfahrungen und Abenteuer des unbekannten Erzählers:

„Ich griff nach dem nächsten Felsvorsprung, zog mich nach oben und spürte, dass etwas nicht stimmte. Ich blickte hoch und sah in die dunklen, roten Augen einer Buschmeisterschlange. Als mein Gehirn in unendlich langen zwei Sekunden registrierte, dass ich nur wenige Zentimeter von einer der gefährlichsten Schlangen der Erde entfernt war, ließ ich die Felswand los. Die Schwerkraft riss mich nach unten, aber ich sah noch, wie die Schlange in die Luft biss – dorthin, wo gerade noch mein Kopf gewesen war. Noch nie hat sich ein Sturz von einer Klippe so gut angefühlt.“

Auch wenn einige Tipps, wie beispielsweise die Verwendung von lebenden Maden aus einem Wildschweinkadaver als Notnahrung, angesichts der Gefahr von Parasiten und Bakterien, nicht als sichere Überlebensstrategie herhalten können, sind die verschiedenen Erklärungen plausibel und authentisch und können in den meisten Fällen durch entsprechende Vergleiche mit Sachbüchern zum Thema Survivial belegt werden.

Auffällig sind die schönen Illustrationen und die grafische Aufbereitung des Buches, vom Cover mit seinen Goldprägungen und den verschiedenen Zeichnungen von Tieren, Gewässern, Urwäldern und Skizzen. Das Buch führt über die Geschichten an die unterschiedlichsten Plätze und entlegendsten Orte der Erde. Und doch gibt es immer wieder Beispiele dafür, dass es keine Reise in den Amazonas braucht, um ein Abenteuer im Freien zu erleben, wie beispielsweise im Kapitel „Zelten im Garten“.

Angesichts dieser Schilderungen werden sich einige von euch fragen: „Stimmt diese Geschichte? Hat Teddy Keen wirklich diese Kiste gefunden?“ In einem sehr lesenswertem Interview (auf Englisch) mit dem Blog wonderbly.com erzählt er, wie es sich wirklich zugetragen hat und was seine Motivation war dieses Buch zu schreiben. Wenn ihr also wissen wollt, ob die Geschichte sich wirklich so zugetragen hat, dann klickt auf den Link!

Viel wichtiger finde ich jedoch, was Keen‘s Gedanken und Motivation sind, dieses Buch zu veröffentlichen. Es gibt für ihn drei Schlüsselelemente (“three keys to making good things happen“), die dazu beitragen, die Welt auf eine abenteuerliche Weise zu erleben. Diese drei Elemente sind Wissen, Inspiration und Freiheit, denn es geht nicht darum ein „Abenteurer“ zu sein, sondern darum keine Angst davor zu haben, einen Schritt ins Unbekannte zu machen und neugierig zu bleiben. Darin können und wollen wir unsere Kinder bestärken. Denn wir geben uns selbst und damit auch ihnen die Möglichkeit eines aufregenden Lebens, an dem wir wachsen können, egal auf welchen Pfaden wir uns gerade befinden.

Um mit den Worten des unbekannten Abenteurers zu schließen: „Das Universum gehört den Abenteurern.“ Und da das Abenteuer kein Geschlecht hat, ergänzen wir noch um die Abenteurer_innen und legen das Buch allen ans Herz, die gern draußen unterwegs sind oder zumindest davon träumen.

Teddy Keen: The Big Book of Adventure (), 25€

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