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Entdeckerinnen & Abenteurer

Ins Auge gestochen ist mir dieses Kindersachbuch vor allem wegen dem Titel, weil der nicht (wie sonst üblich) ausschließlich im generischen Maskulinum gehalten ist. Nicht nur am Cover von Entdeckerinnen & Abenteurer werden Frauen sichtbar gemacht. Gleich auf der ersten Seite gibt es einen Warnhinweis: 

Dieses Buch enthält einen Haufen Männer. Viel von dem was hier beschrieben wird, passierte nämlich vor langer Zeit. Und damals waren es (fast) nur Männer, meistens aus Europa, die Möglichkeiten bekamen, umherzureisen und die Welt zu entdecken. 

So werden neben zahlreichen Dudes, die man sowieso aus jedem Geschichtsbuch kennt , auch Frauen wie zum Beispiel Laura Dekker, die als 16jährige alleine über die Welt gesegelt ist, Ada Blackjack, die als einzige Frau (und Native) in einem Expeditionsteam in Richtung Arktis an Bord war und zwei Jahre lange alleine auf einer Insel überlebte oder Natalia Molchanova, die als Freitaucherin die Tiefsee erkundete, vorgestellt. 

Naheliegend ist, dass ein Buch dass sich dem „Entdecken“ widmet, aus eurozentristischer Sicht geschrieben wird. Das trifft größtenteils zu, jedoch wird immerhin explizit erwähnt, dass zum Beispiel Afrika im 19. Jahrhundert nur ein von westlichen Entdeckungsreisenden weitgehend unerforschter Kontinent war – was logischerweise allerdings nicht die Menschen, die dort lebten, galt. Wünschenswert wären mehr Informationen zu den Folgen der „Entdeckungen“ gewesen.  Neben Ada Blackjack werden in dem Buch lediglich drei weitere nicht weiße Personen vorgestellt: Ibn Battuta, der im 14. Jahrhundert alle muslimischen Länder erkundete und Sidi Mubarak Bombay, der weiter durch Afrika gereist ist, als alle anderen und Zheng He, ein chinesischer Schifffahrer.

Die Autorin widmet sich nicht nur Held_innengeschichten von Reisenden in alle möglichen Länder, sondern schildert auf ziemlich witzige Art auch Pleiten, Pech und Pannen, die bei Expeditionen zum Nord- und Südpol, in die Tiefsee, durch die Luft, auf den Mount Everest und ins Weltall passiert sind. Ebenso verschont sie die Leser_innen nicht mit skurillen Fakten rund um grausige Todesfälle (RIP Laika!).

Sarah Sheppard: Entdeckerinnen und Abenteurer
Aus dem Englischen von Jana Hemer
40 Seiten, 15 Euro,
2019

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