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Alles Planet! 5 diverse Kinderbücher zum Thema Erde

So geht Planet!: Wissenswertes für junge Erdbewohner 

Ich halte mich mit der Bezeichnung wirklich zurück, aber die Idee hinter dem großformatigem Sachbuch So geht Planet. Wissenswertes für junge Erdbewohner ist schlicht genial. Die Autorin Emmanuelle Figueras vergleicht den Planet Erde mit einem Haus und schafft somit eine vielleicht logisch nicht erschließbare, aber neue, absolut spannende und für junge Leser_innen fassbare Perspektive. Die Illustrator_innen Sarah Tavernier und Alexandre Verhille haben diese Idee perfekt anschaulich umgesetzt. So wird zum Beispiel die Entstehung der Erde als Baustelle dargestellt, der Erdmittelpunkt ist das Untergeschoss, die Bodenschätze sind die Werkstatt, die Meere das Badezimmer, die Kontinente sind Wohnräume, wir Menschen sind Mieter_innen und die Tiere sind unser Mitbewohner_innen.

Spannend ist außerdem der Ausblick auf eventuelle Zweitwohnsitze: Ob es denn möglich sein wird, dass wir in Zukunft auch auf anderen Planeten dauerhaft wohnen können? Hoffentlich ist diese Option gar nicht notwendig. Das Buch schafft Bewusstsein dafür, dass alle beschriebenen Bereiche miteinander in Zusammenhang stehen und leicht aus dem Gleichgewicht geraten können, wenn man nicht darauf achtet. Jeder der zahlreichen Infos basiert übrigens auf den neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung. Ein Buch zum immer wieder Durchblättern!

Emmanuelle Figueras: So geht Planet!: Wissenswertes für junge Erdbewohner 
48 Seiten, 23 Euro,
2019

Unser verblüffender Planet Erde: So verstehst du unsere

Das allerschönste Naturkundebuch zum Thema Ökosysteme stammt von der tollen Rachel Ignotofsky (Furchtlose Frauen, die nach den Sternen greifen. 50 Porträts faszinierender Wissenschaftlerinnen) und heißt Unser verblüffender Planet Erde: So verstehst du unsere Welt auf. Ignotofsky beweist mit diesem umfangreichen Sachbuch, dass sie nicht nur extrem gut illustrieren, sondern auch komplexe Themen verständlich zusammenfassen kann. Anschaulich erläutert sie, wie das Zusammenwirken einzelner Elemente das Leben auf unserem Planeten aufrechterhält. Zunächst wird geklärt, was Ökosysteme überhaupt sind, in weiterer Folge wird die Funktionsweise einiger der größten und kleinsten Ökosysteme der Welt (von der Mangrovenwüste Floridas über die ostmongolische Steppe und den Kongo-Regenwald bis hin zu diversen aquatischen Ökosystemen) beschrieben. Weitere Kapitel behandeln die Stoffkreisläufe auf unserem Planeten und das nicht immer unproblematische Zusammenspiel von Mensch und Erde (am Beispiel der Landwirtschaft und des Städtebaus).

Auch der Klimawandel und die Folgen der globalen Erwärmung finden eine ausführliche Erwähnung. Ein Glossar im Anhang rundet das gut recherchierte Werk ab. Empfehlenswert für Kinder ab der Sekundarstufe, dann kann es es allerdings locker mit jedem Naturkundebuch aufnehmen. 

Rachel Ignotofsky: Unser verblüffender Planet Erde: So verstehst du unsere Welt
128 Seiten, 20 Euro,
mgv 2019

Die Welt sagte ja

Ganz anders als die hier besprochenen Planetenbücher kommt Die Welt sagte ja daher: Die Norwegerin Kaia Dahle Nyhus verpackt die Geschichte der Evolution, vom Urknall über die Urzeit, den Entwicklung der Menschheit, bis hin zu einem Ausblick in die Zukunft, in ein atmosphärisches Bilderbuch.

Sie liefert für Kinder ab ungefähr 5 Jahren Antworten auf die Fragen „Woher kommen wir und wohin geht unsere Reise“? Zuerst kam die Erde, dann das Wasser, dann die Sonne. Irgendwann entstanden Lebewesen und die Menschen folgten. „Jetzt sind wir fertig“ sagen diese nach jedem Entwicklungsschritt, aber dass sich das das nie bewahrheitet hat, wird verdeutlicht. Die ausdrucksstarken und speziellen Illustrationen machen das Buch zu einem vorlesenswerten Bilderbuch, anhand dessen sich einige Fragen klären lassen und Zusammenhänge veranschaulicht werden können – aber sicher auch einige Denkanstöße aufgeworfen werden. 

Kaia Dahle Nyhus: Die Welt sagte ja
Aus dem Norwegischen von Carsten Wilms
48 Seiten, 18 Euro,
2019

Warum gibt es uns?: Die Entwicklung des Lebens vom Urknall bis zu dir

Um dasselbe Thema, nämlich um die Evolutionsgeschichte, geht es in dem textastigen Sachbuch des Biologen und Rockmusikers Johan Olsen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, Naturwissenschaft verständlich und obendrein ziemlich humorvoll zu erklären. 

Das Buch […] beschreibt, wie alles begann und nach und nach zur Welt wurde, in der wir heute leben. Es handelt von Steinen, Atomen, Sahnetorten, dir und mir und von Eichhörnchen und Dinosauriern.

Alles in allem ein ziemlich ambitioniertes Unterfangen, das der Autor gekonnt gemeistert hat. Ich gebe zu, auch für mich war die Lektüre durchaus lehrreich und spannend. Noch nie habe ich mich bei Texten über Dinge wie Relativitätstheorie, Moleküle oder Proteine einerseits so gut unterhalten gefühlt und andererseits doch durchaus das eine oder andere bislang Unverständliche verstanden.

Dass Olsen keinen Anspruch auf absolute Vollständigkeit oder die komplette Wahrheit legt und außerdem der Meinung ist, dass der Mensch vielleicht doch nicht die Krone der Schöpfung ist ist beruhigend und spiegelt sich in Sätzen wie folgenden wieder: „Die Evolution ist […] eine Mogelpackung. Sie klingt total einfach, ist in Wirklichkeit unglaublich kompliziert.“ oder „Die Geschichte der Welt, wie sie uns die naturwissenschaftliche Forschung vermittelt, endet nie. Das Ergebnis der naturwissenschaftlichen Forschung ist nämlich nicht die Wahrheit. Es ist nur die einfachste Erklärung für das, was wir beobachten können.“ Großes Naturwissenschaftskino!

Johan Olsen: Warum gibt es uns?: Die Entwicklung des Lebens vom Urknall bis zu dir
Illustriert von Lara Paulussen
Aus dem Dänischen von Inge Wehrmann
138 Seiten, 16 Euro, ab 8 Jahren
2019

Die Erde, unser lebendiger Planet: Entdecken, Verstehen und Bewahren

Das bunt und lebendig illustrierte Sachbuch Die Erde, unser lebendiger Planet nimmt Kinder ab ungefähr 4 Jahren auf eine faszinierende Reise rund um den Planeten mit. Es beginnt mit einem kurzen Exkurs zum Sonnensystem und widmet sich auf den weiteren Seiten den einzelnen Kontinenten der Erde und einigen sich darauf befindlichen Lebensräumen, zum Beispiel den kleinen und großen Inseln am „Dach der Welt“ (im Titicacasee), einer Großstadt (New York bei Nacht) und der größten und heißesten Insel auf unserem Planeten (der Sahara). Übersichtskarten der jeweiligen Kontinente halten einen kleine Einblick in die Kartographie bereit, für Seen, Berge, Flüsse oder Wälder werden Symbole verwendet. Weiters werden auch nicht ganz so einfache Themen nicht ausgespart, so gibt es zum Beispiel etwas über Erdbeben in Japan oder (ganz aktuell) Waldbrände in Australien zu lesen. Zwei Seiten widmen sich explizit der Notwendigkeit von Umweltschutz und hält einige Tipps, für kleine Veränderungen, die Großes bewirken können, bereit. 

Überaus ansprechend sind die kindgerechten Illustrationen und die zahlreichen Details, die sich auf jeder Seite entdecken lassen können. Supercool: Für ein multimediales Leseerlebnis sorgen die weiterführenden gesammelnten Links zum Thema, die die Webseite des Verlags bereithält.

Megan Cullis , Matthew Oldham: Die Erde, unser lebendiger Planet: Entdecken, Verstehen und Bewahren
Illustriert von Stephanie Fizer Coleman
64 Seiten, 16 Euro,
2019

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