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Papierklavier

„Alex lässt keinen ran, der ihr den Unterschied zwischen Vagina und Vulva nicht unmissverständlich und ohne herumzustottern erklären kann. Die Typen halten die Frage anfangs wohl für eine Art verbales erotisches Vorspiel und haben keine Ahnung, dass sie gerade einer strengen Prüfung unterzogen werden, deren Ergebnis den weiteren Verlauf des Abends bestimmt.“

ist eine erfrischend feministische Stimme in der Jugendliteratur. In Papierklavier erzählt sie vom Leben der 16-jährigen Schülerin Maia, die neben der Schule in einer Saftbar jobbt und sich gleichzeitig um ihre jüngeren Halbschwestern (mit)kümmert, weil die Mutter so viel arbeitet. Obwohl schwere Themen (, , unerreichte Schönheitsnormen, transfeindliche Gewalt gegen die beste Freundin etc.) im Mittelpunkt stehen, liest sich das Buch, in dem zwischen Dialogen und Berichten geswitcht wird, höchst unterhaltsam und in einem Rutsch.

„Man stelle sich mal vor, das würde wirklich funktionieren und wir könnten einfach einen Bannkreis aus Menstruationsblut um uns ziehen, um alle Quälgeistern fernzuhalten, egal ob sie motzen, grapschen oder schlagen. Dafür würde es sich wirklich lohnen, die Bauchschmerzen, das Spannen in den Brüsten und DIESES SCHRECKLICHE PMS zu ertragen.“

Das liegt neben Maias klugen Gedanken, radikalen Ansichten und ihrem schrägen Humor auch an den Illustrationen von , die diesen wunderbar bebildern. Extra erwähnenswert ist, dass im Buch das Gendersternchen verwendet wird. Die bittersüße Pubertätsgeschichte macht sich perfekt als Quick Read im feministischen Bücherregal.  

Elisabeth Steinkellner: Papierklavier
Illustriert von Anna Gusella
140 Seiten, 15 Euro,
2020

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