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Zwei Bilderbuchfortsetzungen: Julian feiert die Liebe / Hol den Ball, Tom!

2021 sind Fortsetzungen zweier unserer (queeren) Lieblingsbücher erschienen. Die Geschichten der altbekannten Bilderbuchprotagonist_innen lassen sich so weiterverfolgen und beleuchten weitere Facetten ihres Lebens: Julian aus Julian ist eine Meerjungfrau besucht dieses Mal mit seiner Oma eine und Tom aus Hallo Teckel Tom erlebt gemeinsam mit seinem Frauchen Sophie ein neues Abenteuer. 

Julian feiert die Liebe

Wir kennen Julian als Bilderbuchprotagonisten, der fernab von Geschlechterklischees agiert – und agieren darf. Unterstützt von seiner liebevollen Oma begibt er sich im ersten Band als Meerjungfrau auf eine Parade. Julians Oma (leider erfahren wir ihren Namen immer noch nicht) ist weiterhin eine liebevolle und unterstützende Bezugsperson für das Kind. Die beiden besuchen, gemeinsam mit einer anderen Oma und dem Mädchen Marisol, ein Hochzeitsfest. Die Bräute haben einen niedlichen kleinen Hund, gemeinsam mit ihm stürzen sich die beiden Blumenkinder nach der Zeremonie in ein Abenteuer – dabei bleibt kein Kleid sauber. Während in Julian ist eine Meerjungfrau Vorstellungen von Männlichkeit aufgebrochen wurden, geht es im neuen Buch auch um ein Mädchen, das nicht den Klischeevorstellungen entspricht.

Jessica Love hat wieder ein wunderschönes Bilderbuch gestaltet. Mit eindrucksvollen Bildern und wenig Text entführt sie Leser_innen in eine zauberhafte Szenerie, der man wohl auch im echten Leben nur zu gerne beiwohnen möchte. Dieses Buch feiert nicht nur Liebe sondern auch Individualität, Freund_innenschaft und Fantasie. Julian feiert die Liebeist eine starke Fortsetzung und eine wichtige Ergänzung!

Hol den Ball, Tom

Hol den Ball, Tom ist gewissermaßen auch ein queeres Kinderbuch. Bemerkenswert ist, dass Teckel Tom gemeinsam mit seinen Frauchen Sophie und ihren zwei Vätern zusammen lebt. Diese Tatsache spielt für die Geschichte erfreulicherweise Null Prozent relevant, vielmehr steht der dickköpfige Dackel im Mittelpunkt: Der hört nämlich ausschließlich auf Sophie. Wenn Papa Pablo ruft, bewegt er sich aus Prinzip nicht vom Fleck. Das bringt die Familie in durchaus in so manch skurille Situation: So muss letzten Endes Pablo demonstrieren, wie man einen Ball aus dem Wasser fischt. Tom wäre durchaus in der Lage dazu gewesen, wie er nachher, ganz nebenbei, Sophie verrät.

Moderne Illustrationen, sympathische Charaktere (egal ob Hund oder Mensch), eine witzige Alltagseschichte voller Leichtigkeit und ganz nebenbei Repräsentation einer queeren Familie: Wir mögen Teckel Tom sehr!

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