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Nicht so das Bilderbuchmädchen

Diese Rezension erschient zuerst im Missy Magazin 1/20 .

„Ich bin nicht so das Bilderbuchmädchen“, denkt die Teenagerin Zara über sich. Zumindest kann sie mit den Dating- und Liebestipps ihrer besten Freundin wenig anfangen und als sie doch endlich eine Kinoverabredung mit Josef aus ihrer Klasse hat, trägt sie Jeans und T-Shirt. Zara ist eine der beiden Hauptprotagonist*innen in Agnes Ofners gelungenem Debüt als Jugendbuchautorin, das aus zwei Perspektiven erzählt wird. Die andere Hauptfigur ist Sam, der mit seinen Eltern in die Wohnung direkt gegenüber der von Zara zieht. Über die Straße hinweg nimmt das seine Verzweiflung und Traurigkeit wahr und ist fest entschlossen, herauszufinden, wie sie ihm helfen kann. Die beiden beginnen, mit hand- geschriebenen Nachrichten auf Plakaten über ihre Zimmerfenster zu kommunizieren. Erst gegen Ende zeichnet sich ab, was mit Sam los ist. Es sind die körperlichen Veränderungen durch die , die ihm als Jungen zu schaffen machen. Agnes Ofner hat bisher vor allem Kinderbücher illustriert, aber mit diesem vielschichtigen Buch bewiesen, dass sie ein hervorragendes Gespür dafür hat, über ein komplexes Thema feinfühlig und trotzdem mit Leichtigkeit zu erzählen. Sie verzichtet dabei erfreulicherweise auf Klischees – und zwar auf allen Ebenen. Eine absolut empfehlenswerte Lektüre über ( und trans) Pubertät, erstes Verliebtsein und Freund*innenschaft, die auch mich als nicht mehr ganz so junge Leserin eingesogen hat.

„Nicht so das Bilderbuchmädchen“ , 180 S., 17 Euro, ab 12 Jahren

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