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Hugo & Hassan

Hugo könnte der kleine Bruder von Mira sein – zumindest stammt er aus der Feder desselben Zeichners. Rasmus Bregnhøi hat Kim Fupz Aakesons Comics rund um die zwei Nachbarjungs Hugo und Hassan illustriert. Der Plot: Nachdem die beiden zum ersten Mal im Hof miteinander gekloppt haben, werden sie die allerbesten Freunde und bringen fortan am allerliebsten andere Menschen auf die Palme, schauen seltsame Videos auf Youtube und besiegen Nazis in Computerspielen.

Für schwache (Eltern)Nerven ist dieses Buch definitiv nichts. Die beiden Hauptprotagonistien halten sich mit ihrer großen Klappe nicht zurück, machen derbe Witze, behaupten, sie trauen sich vom 10-Meter-Turm zu springen, sagen Schimpfworte ohne Ende und trinken Cola(!). Nicht zuletzt deswegen: Hugo & Hassan ist maximal unterhaltsame Lektüre, vielleicht sogar auch für eine Zielgruppe, der man nachsagt, dass sie nur schwer zum Lesen begeistern zu sein.

Ein bisschen schade finde ich, dass man über Hassans Familie, im Gegensatz zu Hugos nichts erfährt. Von Hugo lernen wir die alleinerziehende Mama, sogar ihren aktuellen Freund und den Opa kennen. Und auch wenn die Rüpeleien der Jungs im Vordergrund stehen und gerade das witzige an dem Comic sind, wären ein paar ebenso realitätsnahe wie klischees aufbrechende Einblicke in die wahre Gefühlswelt von kleinen Mackern schön gewesen, denn was das betrifft wird nur leicht an der Oberfläche gekratzt.

Kim Fupz Aakeson: Hugo & Hassan
Illustriert von Rasmus Bregnhøi
Aus dem Dänischen von Franziska Gehm
15 Euro,
2020


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