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Vom Glück, sich selbst zu lieben: Die kleine Motte, die anders sein wollte

Die kleine Motte ist verzweifelt, weil sie nicht mitreden kann: Die Schmetterlinge sprechen von ihren Lieblingsblumen, überlegen, welche den süßesten Nektar hat und zu welcher Tageszeit er am besten zu genießen ist. Die kleine Motte denkt an ihre Lieblingsspeise, muffige, alte Wollsocken … und dann kann sie sich auch schon nicht mehr zurückhalten und erzählt den Schmetterlingen voller Begeisterung wie vorzüglich der Stoff genau um die Löcher herum schmeckt und schon hat sie sich verraten. „Du bist eine Motte“, „ein Ungeziefer“ rufen die Schmetterlinge empört.

Die kleine Motte ist sehr traurig. Nicht nur, dass sie sich verkleiden muss, um auszusehen wie ein Schmetterling, sie ist tagsüber so unendlich müde und kann in der Nacht nicht schlafen. Und dann setzt sie sich auch noch auf eine Lavendelblüte, und Lavendel vertragen Motten ja bekanntlich überhaupt nicht.


Doch eines Nachts fällt eine Fledermaus direkt neben den Socken der kleinen Motte. Sie war so müde, dass sie sich nicht mehr am Ast festhalten konnte, an dem sie schlafen wollte. Denn die Fleidermaus hat sich als Blaumeise verkleidet und versucht, am Tag wach zu bleiben.

Sie sprechen darüber, wie sehr sie die Nacht lieben, wie anstrengend das Verstellen ist – und über das Entdecken ihrer Gemeinsamkeiten vergessen sie schnell, dass sie einmal so unzufrieden mit sich waren.

Was mir in diesem nett illustrierten Kinderbuch über und fehlt, sind die freundlichen Schmetterlinge und der Hinweis darauf, dass wir einander auch akzeptieren und lieben können, wenn wir unterschiedlich sind. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass wir uns nicht mit aller Kraft darum bemühen sollten, dort dazu zugehören, wo wir uns eigentlich gar nicht wohl fühlen. Es ist jedenfalls gut gelungen, darzustellen, dass es glücklich machen kann, sich so zu lieben, wie wir sind, und uns an diejenigen zu halten, die uns genau so mögen.

Ein wenig nerven die Hervorhebungen, die vorgeben, was beim Lesen betont werden soll, aber daran muss sich ja keine_r halten. Insgesamt ein hübsches Buch, anhand dessen gut über und -achtung, wie auch Zusammengehörigkeitsgefühl und Ausgrenzung gesprochen werden kann.

Dully & Dax: Die kleine Motte, die davon träumte, anders zu sein. (Knesebeck)

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