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Romeo und Julia mit Happy End

“Wir passen nicht zusammen – du magst den Tag und ich die Nacht.” ruft Lisa, das Panther-Mädchen Bruno, dem Leoparden, über die tiefen Abgründe einer Schlucht entgegen. Doch längst ist sie ebenfalls in ihn verliebt und am Ende wird geheiratet, trotz aller Vorbehalte, Ängste und Unterschiede.

Die Geschichte der aus getrennten Welten kommenden Liebenden ist so alt wie die Menschheit selbst, in diesem Fall kindgerecht aufbereitet und im Dschungel spielend. Bruno trifft die selbstbewußte Lisa das erste Mal beim Jagen und sucht sie dann tagelang in allen Winkeln, weil er sie nicht mehr aus seinem Kopf kriegt. Lisa ist vor allem schön und elegant unterwegs, aber nicht nur wegen diesen klassischen heterosexistischen Zuschreibungen langweilt mich die Geschichte. Die Grafik hingegen spricht mich als Erwachsene an, den größeren Kindern sowie dem 1,5jährigen sind die gedeckten Farben und ruhigen Zeichnungen eher zu langweilig.

Sicher ist das angesprochene Thema des Buches noch lange nicht durch. Und in Zeiten wie diesen, die von Rassismus, Fremdengesetzen, die Menschen auseinanderreissen, Grenzen und Zäunen nur so ekelhaft triefen, braucht es noch viele Geschichten über , und dem Zueinanderfinden trotz Differenzen. Ab ca. 4 Jahren von mir empfohlen, eignet sich dank der großen Schrift auch ganz gut als Erstlesebuch.

Nachwort: Meine Rezension war schon fix und fertig, da stieß ich auf der Seite des Verlags auf folgende Info: “Dieser 25 Jahre alte Klassiker des Vater-Sohn-Teams aus Polen hat nichts an Aktualität eingebüßt.” Gut. Also bitte obige Zeilen vergessen, ich schließe mich an, denn das erklärt so ziemlich alles, was mir am Buch komisch vorkam. Ma kann halt nicht alles wissen.

Józef und Piotr Wilkon: Leopanther – Eine Liebesgeschichte (Bohem)

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