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„Wieso bekommen Künstler Applaus, Bauarbeiter aber nicht?“

Martha pendelt zwischen den Wohnungen ihrer Eltern. Ihre Mutter bringt sie um Viertel nach zwei zum Bahnhof und ihr Vater holt sie um vier an einem Anderen ab. Dazwischen hat sie eine ganze Zufahrt Zeit um Nachzudenken – das macht sie am Liebsten. Bilder kommen und gehen, sie lässt ihre Gedanken fließen und philosophiert mit sich selbst, über Baumwurzeln und Menschenwurzeln, über ihren geliebten Opa, über den bunten Schal, den die Frau gegenüber von ihr strickt und über die Farben des Schicksals, wenn es eines gibt und darüber, warum der schick gekleidete Mann mit dem Cello für seine Arbeit wohl Applaus kriegt, aber niemand den Bauarbeiter nach vollendeter Haussanierung beklatscht.

Marthas Reise ist ein wundervolles Buch übers eine philosophische Kurzreise und enthält nicht übermäßig viel Text (von Christina Laube). Vielmehr lädt es die Leser_innen ein, sich selbst mit den großen und kleinen Fragen, die die Menschheit bewegen, auseinanderzusetzen. Sehr besonders sind die schönen Illustrationen (von Mehrdad Zaeri), noch viel besonderer die Laser Cut Outs, die das Buch zu einem stimmungsvollen Gesamtkunstwerk machen. Für maximal dramatisches Anschauvergnügen samt Schatten, die sich beim Umblättern über die Folgeseiten legen, empfiehlt es, sich das Buch Abends bei Nachttischlampenlicht anzuschauen.

Christina Laube, Mehrdad Zaeri: Marthas Reise
40 Seite, 25 Euro,
2018

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