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Kinder haben Rechte!

Pünktlich zum 30jährigen Bestehen der UN-Kinder- und Jugendrechte-Konvention erscheint die mittlerweile 4. Auflage des wunderschön gezeichneten Bilderbuchs, das uns sehr bildhaft formuliert und dadurch wirklich gut verständlich vor Augen führt, dass bereits Kinder – und zwar alle Kinder! – von Geburt an fundamentale haben.

Denn: sind universell und gelten für alle auf der Welt. Auch wenn sie nach wie vor von vielen Erwachsenen im privaten als auch öffentlichen Setting mit Füssen getreten werden. Umso wichtiger erscheint es daher, schon früh im eigenen kleinen Kreis mit der Auseinandersetzung mit den eigenen Rechten zu beginnen. Denn viele Kinder und Jugendlichen, so lehrt uns der Alltag, wissen gar nicht, dass es so etwas wie einen Katalog von Rechten gibt, an die sich eigentlich die ganze Welt halten möchte. Bis auf die USA, die nach wie vor die -Konvention nicht unterschrieben hat, aber das ist eine andere Geschichte.

Auch eine andere Geschichte ist es (aber vielleicht trotzdem good to know für alle, die sich intensiver damit beschäftigen wollen), dass es bislang oft nur Lippenbekenntnisse der Länder zur Konvention gab und gibt. Denn diese hat keine verpflichtende Auswirkung auf nationales Recht, was wiederum bedeutet, dass Kinder und Jugendliche, die ihre Rechte einklagen wollen, keinen Rechtsanspruch darauf haben. Es sei denn, es gibt ein entsprechendes Gesetz dazu im jeweiligen Land. Vielleicht ist das auch der Grund, warum im Buch leider nicht vorkommt, was Kinder tun oder wohin sie sich wenden können, wenn ihre Rechte verletzt werden. Wir holen es an dieser Stelle nach: Liebe Kinder und Jugendliche – ein erster Schritt und immer eine gute Idee ist die (österreichische!) Notrufnummer von Rat auf Draht. Unter 147 erreicht ihr rund um die Uhr (und kostenlos!) Menschen, die sich dafür interessieren, wie es euch geht. Und die euch dabei unterstützen, wenn es mal nicht so gut läuft.

Das Recht auf ein Leben ohne Gewalt ist ebenso wichtig wie Schutz vor Diskriminierung, vor und Verfolgung, Armut und Ausbeutung. Kinder und Jugendliche haben das Recht auf eine , auf ein Zuhause und Schutz, auf Nahrung, sauberes Wasser und freien Zugang zu Bildung, auf Gesundheitsversorgung und auf eine intakte Umwelt. Aber auch auf Spiel, Spaß und Freizeit, auf Blödsinn machen und Entspannung. Und das Recht, die eigene Meinung frei sagen zu können, auch wenn es Mama oder Papa oder sonst wem vielleicht nicht gefällt.

In wenigen Worten und illustriert durch feine, bunte Zeichnungen wird auf den Punkt gebracht, was Kinder ab ca. 3 Jahren gut verstehen können: Dass diese Rechte für alle Kinder gelten, dass Erwachsene für das Wohl aller Kinder verantwortlich sind – egal ob arm oder reich, Mädchen oder Bub (hier wäre als winziger Kritikpunkt eine andere, offenere Formulierung schöner gewesen), egal welche Hauptfarbe, Religion oder Herkunft.

Auf fast jeder Seite finden sich passende, bildhafte Erklärungen für die Verantwortung der Erwachsenen, wie z.B. der Regenschirm als Schutzschild vor Katastrophen. Definitiv ein Must Have im Kinderbuchregal. Auch gut geeignet für die Verwendung im Kindergarten oder Schule.

Alain Serres, Aurélia Fronty: “Ich bin ein Kind und ich habe Rechte” (Nord Süd), 16€

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