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Ein großer Tag, an dem fast nichts passierte

Dieses Bilderbuch propagiert das Offline-Leben auf eine wunderschöne Art und Weise und ohne erhobenen Zeigefinger. Es handelt von einem Tag ohne Minicomputer. Der ist so ansprechend und mitreissend dargestellt, dass man auch ohne plakative Moralisierung Lust auf einen Ausflug in die analoge Welt bekommt.

© Illustrationen aus: Beatrice Alemagna: „Ein großer Tag an dem fast nichts passierte“, Beltz&Gelberg 2018

Mutter und Kind (dem übrigens kein Geschlecht zugeschrieben wird) verbringen Zeit gemeinsam im langweiligen Ferienhäuschen, bei schlechtem Wetter.

„Mama schrieb jeden Tag in aller Stille, ich tötete Marsmenschen.“

Obwohl die Mutter (vielleicht alleinerziehend) selbst stundenlang am Laptop sitzt, nimmt sie dem Kind gemeinerweise die Konsole weg und will es in die Natur hinaus schicken. Vollkommen verständlich, dass es sich das Ding unter solchen Umständen einfach wieder schnappt. Einen Schritt vor die Tür ins kalte Nass wagt es trotzdem. Der Minicomputer fällt beim Herumklettern bald ins Wasser, aber das ist halb so schlimm.

Es beginnt den Wald zu erkunden, taucht immer tiefer in das fantastische Abenteuer ein, entdeckt Dinge, die es noch nie zuvor gesehen hat und verschmilzt selbst schon beinahe mit der Umgebung. Beatrice Alemagna bildet den großen Tag, an dem fast nichts passierte stimmungsvoll ab und fängt die Naturszenerien grandios ein. Eine wunderschöne Ode an die Langeweile! Für mehr neonorange Regenjacken in braungrauen Matschwäldern!

Beatrice Alemagna: Ein großer Tag an dem fast nichts passierte
aus dem Französischen von Anja Kootz
46 Seiten, 15 Euro, ab 4 Jahren
Beltz&Gelberg 2018

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