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Diverse Weihnachtsbücher: Das verschwundene Kind

2001, als die militärischen Angriffe auf Afghanistan, samt ihren verheerende Auswirkungen auf die Bevölkerung begannen, wurde der Sohn des katalanischen Künstlers Tàssies geboren. Als er in diesem Jahr, wie immer, rund um , die Krippe aufbaute, fiel sein Augenmerk auf die kleinste und zugleich wichtigste Figur: die des neugeborenen Kindes. Es ist so klein, dass es manchmal verloren geht, wenn man mit ihm spielt. Und dann muss es unbedingt wiedergefunden werden.

Diese Geschichte erzählt er im Buch nach: Ein Mädchen macht sich im Traum auf die Suche nach dem unauffindbaren Kind, am Grunde eines eingetrockneten Sees, in Trümmern. Auf der vor der Zerstörung hilft ihr eine Frau ohne Gesicht. Mauern versperren ihnen den Weg, es ist kalt und nass. Letztendlich findet sie das Jesuskind. In diesem Moment wird das Mädchen aufgeweckt: Es ist Weihnachtsmorgen.

Was in dem Buch ein Albtraum ist, ist für viele Kinder Realität. Es ist all jenen gewidmet, deren zerbrechliche Leben, von Erwachsenen in Gefahr gebracht werden. All jenen, die trotz allem spielen, wachsen und eine neue Wirklichkeit erbauen. Tàssies Illustrationen sind linolschnittartig, bedrückend und eindrucksvoll. Dieses Bilderbuch über die schöpferische Kraft der Kinder ist gleichzeitig ein starkes Plädoyer – und zwar grenzenlosen.

Josep Antoni Tàssies: Das verschwundene Kind
Aus dem Katalanischen von Jochen Weber
2018

 

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