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Das Wusel ist zurück!

Wir freuen uns wahnsinnig, gleich zwei neue -Bücher in den Händen zu halten, denn spätestens seit “Wer blutet denn da” sind wir alle große Fans der Autorin und Zeichnerin Stina Wirsén.

In “Wer ist denn Omas Liebling?” geht es um und (und nebenbei ein bisschen ums Kotzen), denn das Wusel hat eine , die ihm eigentlich ganz allein gehört. Mit ist alles schön, mit der größeren Cousine eher nicht so, denn sie ist doof und hässlich. (Warum sie hässlich ist? Ich weiß es nicht, so empfindet Wusel eben, aber ich lese es manchmal einfach nicht vor…) Das gemeinsame Backen macht dann doch Spaß, und die Cousine isst zu viel Teig. Ihr wird schlecht, sie muss kotzen und weint ganz viel, ruft nach ihrem , doch der ist nicht da und kommt erst morgen wieder. Die Kotze stinkt, Wusel hält sich die Nase zu, aber er entwickelt Mitleid mit der kranken Cousine und als sie dann am Ende gemeinsam auf der Couch kuscheln, wird klar, dass es doch ganz ok ist, eine Cousine zu haben.

Wie immer sind die der Protagonist_innen im Bilderbuch, deren Mimik und Gestik, das Herausragende an den Wusel-Geschichten. Sie sind auf den Punkt gezeichnet, lassen dennoch Interpretationen zu, regen zum Nachdenken an, lassen uns genauer hinschauen. Wie war das jetzt? Was fühlt Wusel in dieser Situation? Was die Oma und die Cousine? Wie würde es mir gehen? Außerdem sieht man selten Kinder in Büchern kotzen und noch seltener Erwachsene beim Kotze wegputzen, also auch das nochmal ein Highlight an diesem Bilderbuch für mein Kind…

Eine runde Sache, auch wenn es aktuell keine Cousine gibt und auch keine Geschwister, weswegen wir den Text immer wieder umdichten in ihr bekannte Momente, wenn z.B. Freund_innen zu Besuch sind und Emotionen wie eben Eifersucht hochkommen.

In “Wer stört denn da?” ist es ähnlich. Dass der kleine Hund eine Woche bei Mama ist und eine Woche bei Papa und das immer abwechselnd, ist im Moment nicht Teil unserer Realität, weswegen beim Vorlesen immer wieder viele Fragen dazu auftauchen, was ich spannend finde betreffend Diversität und unterschiedlichen Lebensentwürfen.

In der Geschichte (Wusel kommt nicht direkt vor, aber wir finden ihn in den Illustrationen wieder) ist gerade Papa-Wochenende, es ist gemütlich, doch da kündigt sich Besuch an. Wer kommt denn da? Es ist Piggy, sie bringt Puddingschnecken mit, schaut unsicher und mag den Papa offenbar sehr gern, das erkennen auch die Kinder schnell. Doch der kleine Hund mag sie nicht – er klaut die Puddingschnecken, versteckt sich im Klo, sperrt sich ein, isst alle auf und dann muss Papa sogar die Tür mit dem Schraubenzieher aufbrechen, weil der kleine Hund nicht öffnet. Höchst dramatisch eigentlich, aber so unaufgeregt erzählt, dass es doch nicht ganz so schlimm ist. Finden wir.

Der kleine Hund weint und soll sich nun bei Piggy entschuldigen (das ist der Teil, den ich nicht so 100% gelungen finde, warum entschuldigen? Das erschließt sich mir nicht ganz…), überhaupt will er, dass Piggy nie mehr wieder kommt. Doch sie kommt wieder. Viele Male, sie kann gut Puzzle machen und laut pfeifen, aber nicht kochen, dafür gut Sushi kaufen (große für diesen Teil der Story). Am Ende ist klar: Sie ist nicht die neue Mama, aber Piggy darf bleiben.

Wenig Text, wenige Erklärungen, alles sehr minimalistisch formuliert, aber auch hier sprechen die Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen der Figuren Bände. Und ich habe immer wieder den Eindruck: Genau das wird verstanden, die Veränderung, die schrittweise, langsam, aber doch passiert. Das Thema, eine neue Person in Papas Leben, ist hart für den kleinen Hund, aber es wird irgendwann. Spielerisch aufbereitet, liebevoll und unendlich schlau dargestellt – eine Lebensrealität unter vielen. So kennen wir das von den Wusel-Büchern, so mögen wir das.

Stina Wirsén: Wer ist Omas Liebling? // Wer stört denn da? (Klett Kinderbuch), beide jeweils € 8,80

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