Vor den 7 Bergen. Davon, wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und ALLES schiefgeht

Vor den 7 Bergen. Davon, wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und ALLES schiefgeht

Das originale Schneewittchen-Märchen geht ungefähr so: Eine wunderschöne Prinzessin wird von ihrer Stiefmutter zu unbezahlter Arbeit gezwungen, in die Berge verbannt und einige Male fast ermordet (wo war eigentlich ihr Vater, frage ich mich?). Eines Tages, nach einem beinahe geglückten Mordversuch, nimmt ein Prinz die vermeintliche Leiche mit, weil er sie so schön findet (WTF? Creep!) und küsst sie. Rape Culture galore. Das Ende der Geschichte: Schneewittchen lebt wider erwarten doch, findet den Prinzen trotz allem ganz gut, auf jeden Fall heiratet sie ihn.

Die Neuinterpretation bzw. Fortsetzung von der Autorin Annette Feldmann und der Illustratorin Mareike Engelke hat mit dem Original zum Glück wenig zu tun. Allein die Äpfel, die im Schneewittchen-Märchen eine zentrale Rolle spielen (soweit ich mich erinnere, will die Stiefmutter Schneewittchen mit einem Apfel vergiften) und die Zahl 7 ziehen sich wie ein roter Faden durchs Buch. Superschönes Detail: Die Äpfel am Cover glitzern sogar! Die verspielten und witzigen Illustrationen begeistern auf jeden Fall auf ganzer Linie. Sie schaffen es, die unterschiedlichen Charaktere der Kinder einzufangen und machen das Buch zu einem absoluten Anschauvergnügen!

Schneewittchens Tochter und ihr Bikini Body: Das coolste Portrait einer Bilderbuchmutter, das ich jemals gesehen habe!

Die Hauptfigur des Buchs, Schneewittchens namenlose Tochter, ist eine ziemlich coole, alleinerziehende Mutter von sieben Kindern. Sie arbeitet als Apfelverkäuferin am Markt. Eines Tages will die Familie dem anstrengenden Alltag entfliehen und die Oma hinter den sieben Bergen besuchen (das haben die Kinder per Skype geregelt). Doch kommt es anders: Zuerst werden sämtliche Kinder krank, dann muss die Mutter arbeiten (die Apfelernte ist dieses Jahr so reichlich ausgefallen) und das Auto wird auch noch Auto mitten auf der Kreuzung kaputt. Am Ende hilft ihnen ausgerechnet der Eisverkäufer, damit sie es doch in die Berge schaffen. Gegen Schluss hin schwächelt die Geschichte ein wenig, aber insgeheim vergönnt man der 7-fach-Mutter doch, dass sie (stillend!!) und der Eisverkäufer sich näher kommen, während die Kinder mit Oma im Schnee toben. Voll schön ist es auf jeden Fall, Schneewittchen wieder zu sehen, sie sieht ziemlich glücklich aus!

Mareike Engelke & Annette Feldmann: Vor den 7 Bergen.
Davon, wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und ALLES schiefgeht (Kunstanstifter)

 

 

 

 



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