Puppen sind doch nichts für Jungen!

Puppen sind doch nichts für Jungen!

Puppen sind doch nichts für Jungen. Provokanter Titel, aber klingt nach einem Buch dass ziemlich interessant sein und mit genderisierten Klischees aufräumen könnte. Ein mögliches Empowerment für kleine Buben vielleicht. Ein erster Blick hinein: Die schrullige Tante, die ein misogynes Feindbild verkörpert (übrigens ebenso wie die anstrengende und die etepetete Tante, danke Anna für den Hinweis), schenkt Nico eine Puppe. Na ja. Der freut sich und kümmert sich fürsorglich um sie, was seinen Vater über Tage hinweg in Rage bringt und sogar zu einem Ehestreit führt “Warum soll sich dein Sohn nicht um ein Baby kümmern, du hast das ja auch getan” versucht die Mutter einzulenken, aber sie hat keine Chance. Während der Vater immer böser wird, kommt die Mutter aus ihrer passiven Rolle nicht heraus und schafft es nicht, Nico zu schützen und zu unterstützen. Allein der Bruder, aus dessen Perspektive das Buch geschrieben ist, ist auf seiner Seite. Nachdem Nico von seinem Vater gezwungen wird, mit Werkzeug zu arbeiten, bastelt er sich… einen Puppenwagen. Damit endet die Geschichte, aber vermutlich nicht das manipulative Verhalten des Vaters. Die Problematik, um die es in dem Buch geht, wird nicht aufgelöst.

Den einzigen Menschen, denen ich das Buch empfehlen würde, sind Eltern wie Nicos. Es ist naheliegend, dass die Intention des Autors satirisch ist, aber eigentlich ist die Geschichte vor allem zynisch. Kindern würde ich sie nicht vorlesen, weil sie, wie der Titel eigentlich schon andeutet, Geschlechterklischees nur manifestiert. Auch wenn die Idee dahinter vermutlich eine andere war, es gilt: Das Gegenteil von gut ist gemeint.



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