Malala: Für die Rechte der Mädchen

Malala: Für die Rechte der Mädchen

Diese Rezension ist Teil der Reihe Inspirierende Frauen. Dieses mal geht es um die weltberühmte Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai. Ich empfehle jeder_m Leser_in unbedingt mit dem hinteren Teil des Buchs zu beginnen. Die letzten Seiten sind mit anschaulichen Hintergrund- und Sachinformationen gefüllt, die für die Lektüre meiner Meinung nach Voraussetzung sind: Fakten über Malalas Geburtsland Pakistan und das paschtunische Volk, dem sie angehört. Es geht auch um die alarmierende Situation der Mädchen in Pakistan und über Malalas Zugang zu Religion.

Malala Yousafzais Bilderbuchbiographie ist keine Gute-Nacht-Geschichte, kein phantastisches Märchen und auch keine Erzählung über eine Person, die vor langer Zeit auf der Welt war.  Malala ist erst 20 Jahre alt und steht mitten im Leben. Trotz ihres jungen Alters hat sie schon unglaublich viel erlebt und bewirkt.

Ihre Geschichte zu erzählen funktioniert nur, wenn man auch von dem Attentat erzählt. Das passiert in dem Buch sehr explizit, das ist gut, aber es erfordert von der vorlesenden bzw. begleitenden Person (ich finde, dass die Lektüre zum alleine lesen nicht geeignet ist) sowohl einiges an Vor- als auch Nachbearbeitung.

Im Jahr 2012, als 14jährige, überlebt sie knapp einen Mordversuch von islamistischen Terroristen. Zwei Männer dringen in ihren Schulbus ein und schießen ihr drei Mal ins Gesicht. Weil sie sich öffentlich für das Recht auf Bildung für Mädchen einsetzt. Malala hat das Glück in ein englisches Krankenhaus geflogen und dort operiert zu werden. Nach ihrer Genesung setzt sie ihren Aktivismus  fort und macht sich weiterhin für Kinderrechte auf der ganzen Welt stark.

„Es gab eine Zeit, in der Frauen die Männer geben haben, dass sie sich für die Rechte der Frauen einsetzen. Diesmal tun wir es selbst. Wir führen unseren Kampf gegen Armut, Unwissenheit, Ungerechtigkeit, Rassismus und die Grundrechten überall auf der Welt fort.“

Die Bilderbuchbiographie wird ab 8 Jahren empfohlen. Ich bin skeptisch, was diese generelle Empfehlung betrifft. Zum einen kommt es (wie immer) auf das Kind an, zum anderen aber auch auf die Bereitschaft der vorlesenden Person, sich auf die aktuellen und komplexen Themen, die mit Malalas Geschichte einhergehen (Mädchenrechte, politischer Islam, Terror, Krieg, Flucht, …) kindgerecht auseinanderzusetzen. Wer sich dies zutraut, wird von dem Werk beeindruckt sein. Wirklich gut gelungen sind die Illustrationen. Die wunderschönen und farbintensiven Muster, die typisch für die traditionellen Gewänder der Paschtuninnen sind, finden sich an ganz vielen Stellen der Bilder wieder.

Raphaële Frier, Aurélia Fronty:  Malala. Für die Rechte der Mädchen (Knesebeck)

 



Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *