Drei Steine für Betty

Drei Steine für Betty

Diese Rezension erschien ursprünglich im 3/18.

Die Geschichte wird aus der Sicht der 12-jährigen Amit aus Frankfurt erzählt: Das Mädchen steht kurz vor ihrer Bat Mitzwa, jener Zeremonie, die im traditionell den Übergang vom Kind zur Erwachsenen markiert. Die ganze ist enttäuscht, dass Oma Minnie aus Israel sich auch für diesen besonderen Anlass nicht überwinden konnte, nach Deutschland zu kommen. Stattdessen vermacht sie Amit das Tagebuch aus ihren frühen Jugendtagen, in dem sie die vor den Nazis dokumentierte. Ohne Eltern und ohne ihre kleine Schwester Betty entkam sie damals mit Unterstützung zahlreicher Fluchthelfer*innen in die Schweiz. Minnie ist fest davon überzeugt, dass die damals einjährige Betty noch am ist und Amit macht sich mithilfe ihrer Freund*innen auf die Suche nach ihr.

In weiterer Folge verschmilzt die Geschichte der Großmutter rund um die traumatischen Erlebnisse ihrer Jugend mit der (manchmal etwas konstruiert wirkenden) Coming- of-Age-Story der Enkeltochter. Nichtsdestotrotz ist „Drei Steine für Betty“ ein mitreißendes über eine Jugend in Deutschland und die langen Schatten der NS-Vergangenheit.

Bettina Kupfer „Drei Steine für Betty“ Jacoby & Stuart, 220 S., 15 Euro, ab 12 Jahren



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