Alles rosa

Alles rosa

In „Alles rosa“ geht es um David, der einfach ganz normal wie in Junge großgezogen wird. Kein Klischee wird ausgelassen: Er bekommt als Baby rosa Mützen aufgesetzt, damit niemand auf die Idee kommt, was zu verwechseln und ihn etwa zu grob anzufassen. Im Kindergarten soll er lieber nicht mit den Mädchen draussen toben und sich schmutzig machen. Er muss drinnen sitzen und malen. In der Schule eröffnet er, dass er Feuerwehrmann werden will, nicht Prinz, wie die anderen Jungs. Immer fragen sich die Leute: „Was stimmt denn mit diesem Jungen nicht“, wenn er nicht in die für ihn vorgesehene Rolle passen will.

Natürlich unterliegt nicht nur David den gesellschaftlichen Vorgaben, auch ist es logisch, dass sein Erzieher männlich ist und sein Papa die Reproduktionsarbeit macht. Seine Mama geht höchstens mal (natürlich im Businessoutfit) mit ihm in den Supermarkt und kauft ihm ein Mädchen-Überraschungsei.

„Alles rosa“ ist ein liebes und wirklich hübsch illustriertes kleines Büchlein, in dem es um die Dekonstruktion von Genderideologie geht. Eigentlich spielt es nur mit der simplen Umkehrung von gängigen Praktiken, aber genau das ist adäquates und bewährtes Mittel um Kinder* zu irritieren und ihnen die Absurdität des ganzen Genderzirkusses näher zu bringen.

Maurizio Onano: „Alles rosa“ (Jaja Verlag)

*  (Natürlich auch Erwachsene, aber die sind in der Regel viel festgefahrener und wollen oft nicht wahrhaben, dass Geschlechterstereotypen ein soziales Konstrukt und nichts naturgegebenes sind.)



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